Civic Education – Mehr als politische Bildung an Schulen

Die Lehrpläne für österreichische Schulen beinhalten ab der fünften Schulstufe im Regelfall ein Pflichtfach, das sich unter anderem mit politischer Bildung auseinandersetzt. Meistens handelt es sich dann um das Unterrichtsfach „Geschichte und Politische Bildung“. Die Bedeutung des englischen Begriffs „civic education“ geht allerdings über das reguläre Verständnis, des Unterrichtsfaches „Politische Bildung“ hinaus. Die Sozialistische Junge Generation fordert daher die verpflichtende und flächendeckende Implementierung des Schulgegenstandes politische Bildung im Sinne des Begriffes „Civic Education“ ab der achten Schulstufe.

Unsere Gesellschaft befindet sich momentan nicht nur in einer sozioökonomischen Krise, sondern auch in einer demokratischen. Dieses Defizit an demokratischer Beteiligung durch die BürgerInnen, hängt auch damit zusammen, dass der Bezug zwischen „der Bevölkerung“ und „der Politik“ sich immer schwieriger gestaltet – dies hängt auch unmittelbar mit der Umsetzung von Bildungspolitik zusammen.

Wenn wir von „civic education“ sprechen, meinen wir mehr als die oberflächliche Betrachtung der Parteienlandschaft, wir berufen uns auch auf die demokratischen Rechte der BürgerInnen. Kenntnisse der Verfassung, der politischen Geschichte und auch der wirtschaftlichen, sozialen und internationalen Zusammenhänge, Grundwissen bezüglich der Möglichkeiten politischer Partizipation, sowie das allgemeine Wahlrecht – das alles sind Grundlagen die es den SchülerInnen zu vermitteln gilt. Die Schule sollte jener Ort sein, an dem die Jugend für das Leben vorbereitet wird und auch für dieses lernt. Deshalb ist es, speziell im Angesicht der steigenden Politikverdrossenheit in der Bevölkerung, unumgänglich junge Menschen schon in der Schule auf ihre Rechte im Sinne der Mitbestimmung hinzuweisen.

Der Unterrichtsplan muss um dieses verpflichtende Fach erweitert werden, um politisches Wissen, kritisches Denken und demokratisches Handeln zu vermitteln.

 

Daher fordert die SJG Kärnten:

 

  • Das Unterrichtsfach „Politische Bildung“ muss Elemente der Politikwissenschaft sowie Politgeschichte lehren und Einblicke in die ideologischen Grundsätze, die in unserer Gesellschaft präsent sind bieten. Außerdem muss der Unterricht einen Fokus auf „BügerInnenrechte und –pflichten“ setzen sowie sich mit der Verfassung und den wichtigsten Gesetzen auseinandersetzen und einen Einblick in die Abläufe der Europäischen Union sowie des österreichischen Nationalrates geben.

 

  • Das Fach setzt sich zum Ziel kritisches Denken zu provozieren, nicht Dogmatismus. SchülerInnen dürfen daher auch nicht nach ihrer Fähigkeit benotet werden sich an Texte und Jahreszahlen zu erinnern, sondern sollen dazu animiert werden eigene Positionen zu entwickeln, Argumente zu vertreten und eigene Schlussfolgerungen und Ideen zu ziehen.

 

  • Politische Bildung findet nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis statt. SchülerInnen sollen demnach dazu angehalten werden, sich in schulpolitische Fragen einzubringen – bzw. muss die Möglichkeit einer aktiven schulpolitischen Mitbestimmung der SchülerInnen an den Schulen geschaffen werden.
Teilen

Schreibe einen Kommentar