Trennung von Staat und Religion

Jedem Menschen steht es frei sich für oder gegen das Bekenntnis zu einer Glaubensrichtung zu entscheiden; und wenn sich Menschen für eine Religion entscheiden, so ist das Privatsache. Der Einfluss den Religion im österreichischen Staat immer noch genießt muss abgelehnt werden, denn nur innerhalb einer säkularen Gesellschaft kann die (Religions-)Freiheit einer/s jeder/n gewährleistet werden.

In Österreich ist vor allem die katholische Kirche immer noch omnipräsent – in öffentlichen Einrichtungen hängen Kreuze, VertreterInnen von Glaubensgemeinschaften sitzen im ORF Stiftungsrat oder haben einen beratenden Sitz im Landesschulrat inne und auch in alltagspolitischen Debatten meldet sich die Kirche regelmäßig zu Wort.
1933 hat der Austrofaschist Engelbert Dollfuß einen Vertrag mit dem Vatikan geschlossen, das Konkordat, welches der Kirche auch im öffentlichen Raum Macht einräumt. Auch wenn nach österreichischem Recht faktisch eine Trennung zwischen Kirche und Staat besteht, bezieht sich diese Trennung eher auf die Rechtsprechung und ermöglicht es so, dass kirchliche Symbole in öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Krankenhäusern oder auch Amtsgebäuden zum alltäglichen Anblick gehören.

Bezüglich der Notwendigkeit der Trennung zwischen Kirche und Staat gilt es einige Aspekte zu berücksichtigen. So muss darauf hingewiesen werden, dass sich die Gesellschaft in den vergangenen Jahren verändert hat und die Anzahl von Menschen die sich zu einer nicht-christlichen Glaubensgemeinschaft bekennen in Österreich zugenommen hat. Auch die Zahl jener Menschen die sich offen zum Atheismus bekennen, sich also als ungläubig bezeichnen, wächst stetig. Auch erfreut sich die katholische Kirche noch immer an Privilegien, die für uns als Sozialistische Junge Generation nicht rechtfertigbar sind. So ist die Kirche der drittgrößte Grundbesitzer des Landes, erfreut sich an Steuerprivilegien und lukriert Dank Beteiligungen an Unternehmen und Zeitungen einen jährlichen Umsatz von ca. 1,5 Milliarden Euro.
Ein weiterer Punkt den es zu ändern gilt, ist der Religionsunterricht an öffentlichen Schulen. Es muss noch einmal betont werden, dass Religionsausübung eine Privatsache darstellt, weswegen der Religionsunterricht abgeschafft werden muss, bzw. als Freizeitoption nach der regulären Unterrichtszeit stattzufinden hat. Grundsätzlich muss festgehalten werden, dass SchülerInnen von PädagogInnen unterrichtet werden sollen, die dieser Verantwortung frei von religiösen Moralvorstellungen, wie Homophobie und Sexismus, nachgehen.

Daher fordert die SJG Kärnten:

Entfernung sämtlicher religöser Symbole aus öffentlichen Räumen – insbesondere Klassenzimmern
Aufkündigung des Konkordats
Strikte Trennung zwischen Kirche und Staat in der Verfassung verankern
Vollständige Säkularisation
Keine ORF Stiftungsräte für Glaubensgemeinschaften
Keine (steuerlichen) Privilegien für die Kirche sowie Glaubensgemeinschaften
Abschaffung des Religionsunterrichts
Keine Einflussnahme von kirchlichen VertreterInnen in politische Entscheidungsprozesse

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